Warum ich nicht mit klassischen Lehrwerken arbeite


Ich weiß, ich weiß: Klassische Lehrwerke haben natürlich jede Menge Vorteile und ich kann auch ihre Fans verstehen. Man kann einfach der vorgegebenen Progression folgen und läuft nicht Gefahr, ein Thema zu vergessen – oder ein Thema zu behandeln, das man vorher noch gar nicht eingeführt hat. Außerdem haben sich viele Experten mit den Inhalten und Aufgaben befasst und man ist quasi „auf der sicheren Seite“. Diese Art des Lernens werden ganz sicher auch einige Schüler begrüßen, allerdings weiß ich aus eigener Erfahrung, dass immer mehr dieses Konzept anzweifeln und gezielt nach Alternativen suchen. Die Gründe dafür sind vielfältig:

1) Das klassische Lehrwerk ist in seiner Progression meist nicht nur extrem starr, sondern auch wenig motivierend. Man blättert sich von Seite zu Seite, von Kapitel zu Kapitel – und am Ende wird eben erwartet, dass man den Inhalt mehr oder weniger gut beherrscht.

2) Im Einzelunterricht ist ein klassisches Lehrwerk für die Stimmung oft sogar tödlich: Viele Übungen sind auf Gruppen ausgerichtet und alles, was den Unterricht etwas auflockern könnte, entfällt oder muss in extrem abgespeckter Variante umgesetzt werden. Und ganz ehrlich: Partnerarbeit mit dem Lehrer ist auch nicht gerade das Nonplusultra, oder? Da begebe ich mich dann lieber direkt auf Augenhöhe und gestalte den Unterricht möglichst kommunikativ.

3) Was beim „normalen“ Unterricht schon gilt, wird beim Online-Unterricht nicht besser. Bedenke, dass jeder Schüler allein vor seinem Computer sitzt und dann auch noch allein von Seite zu Seite blättern soll – schrecklich eintönig, oder? Für mich also keine Option, vor allem:

4) Es gibt so viele tolle und motivierende Möglichkeiten! Ja, richtig: Die neuen Medien haben verdammt viel Potenzial und lassen sich prima einbeziehen – wenn man weiß, wie/wo/wann man das am besten macht. Mit Deutschfuchs will ich dich an einem Teil meiner Kreativität teilhaben lassen, mein Material mit dir teilen und dir immer neue Ideen für deinen Unterricht geben.

5) Und das gilt es zu verhindern: Mein Ziel ist es, Schülern nicht nur das beizubringen, was sie bei einer Sprachprüfung brauchen. Das ist natürlich auch wichtig und richtig, aber eben nicht alles. Vielleicht kennst du dieses frustrierende Gefühl, wenn du zum ersten Mal ins Ausland kommst, nachdem du eine Sprache schon sehr lange gelernt hast – und dann feststellst, dass du mit deiner „Lehrbuchsprache“ nicht sonderlich weit kommst?!

In dem Sinne: Ich halte es für überaus wichtig, dass jeder Lehrer gezielt auf die Kenntnisse, Schwierigkeiten und Interessen seiner Schüler eingeht und ihn auf das Leben im deutschen Sprachraum vorbereitet – und das geht ohne klassisches Lehrwerk flexibler, motivierender und kreativer!